Trinkgefäße


Trinkgefäße – Material, Form, Standort und Trinkverhalten

Wasseraufnahme ist für Hauskatzen entscheidend. Viele Katzen trinken von Natur aus eher wenig. Umso wichtiger ist es, die Trinkmöglichkeiten so zu gestalten, dass sie gut angenommen werden und hygienisch einwandfrei sind.

Material, Größe, Standort und Anzahl der Wasserstellen beeinflussen das Trinkverhalten deutlich.


Material – klare Prioritäten setzen
Keramik, Porzellan und Glas sind erste Wahl. Diese Materialien sind glatt, geschmacksneutral und leicht zu reinigen. Sie nehmen keine Gerüche auf und bleiben auch bei häufiger Reinigung hygienisch. Gerade bei dauerhaft stehendem Wasser ist das ein wichtiger Faktor.

Edelstahl ist ebenfalls geeignet, sofern er hochwertig verarbeitet ist und stabil steht.

Kunststoff ist weniger empfehlenswert. Durch Kratzer können sich Keime ansiedeln, zudem kann Kunststoff Gerüche speichern. Aus hygienischer Sicht sind Keramik, Porzellan, Glas oder Edelstahl vorzuziehen.


Größe und Form – auch beim Wasser relevant
Trinkgefäße sollten nicht zu klein sein. Ein größerer Durchmesser ermöglicht eine entspannte Haltung beim Trinken. Wie beim Futter kann ein zu enger oder hoher Rand die Schnurrhaare dauerhaft berühren und Unruhe auslösen.

Breite, offene Schalen werden von vielen Katzen besser angenommen als hohe, enge Gefäße. Das Wasser sollte gut zugänglich sein und nicht tief im Gefäß „versteckt“ liegen.


Sichtbarkeit der Wasseroberfläche – ein unterschätzter Faktor
Katzen sehen im Nahbereich nicht besonders scharf. Eine glatte, spiegelnde Wasseroberfläche kann daher optisch schwer einschätzbar sein. Das vorsichtige Eintunken der Pfote dient häufig dazu, die Tiefe zu prüfen.

Ein leicht gemusterter oder kontrastreicher Napfboden – beispielsweise bei Keramikgefäßen – kann die Wasseroberfläche visuell besser erkennbar machen.

Alternativ kann ein kleiner, glatter und gründlich gereinigter Kieselstein am Boden des Gefäßes helfen, die Oberfläche optisch besser wahrnehmbar zu machen. Wichtig ist, dass der Stein keine scharfen Kanten hat und regelmäßig mit gereinigt wird.

Teilweise werden auch sogenannte Wassersteine oder Kristalle angeboten, denen eine Verbesserung der Wasserqualität zugeschrieben wird. Für eine tatsächliche hygienische oder gesundheitliche Wirkung gibt es jedoch keine gesicherten wissenschaftlichen Belege.

Katzen nehmen Farben anders wahr als Menschen. Ihr Sehvermögen liegt vor allem im Blau- und Gelbbereich. Diese Farbtöne können sie besser unterscheiden als rötliche oder grünliche Farben. Blau wird von vielen Katzen gut wahrgenommen und fällt ihnen schneller ins Auge als andere Farben. Das bedeutet nicht, dass jede Katze Blau bevorzugt, aber Trinkgefäße in Blau- oder Gelbtönen sind für Katzen meist gut sichtbar.


Trinkschale oder Trinkbrunnen?
Normale Trinkschalen sind völlig ausreichend, wenn sie sauber gehalten und regelmäßig neu befüllt werden.

Ein Trinkbrunnen kann für manche Katzen attraktiv sein, da bewegtes Wasser instinktiv als frischer wahrgenommen wird. Entscheidend ist jedoch die Hygiene. Pumpen, Filter und Innenflächen müssen regelmäßig gründlich gereinigt werden, da sich sonst Ablagerungen bilden können.

Auch beim Trinkbrunnen sind Keramik oder Glas zu bevorzugen. Diese Materialien sind hygienischer und geruchsneutraler als Kunststoff. Kunststoffbrunnen zeigen mit der Zeit Kratzer und können Ablagerungen begünstigen.

Wer Bedenken wegen Strom in der Nähe von Wasser hat, sollte wissen: Viele Brunnen arbeiten mit Niedervolt-Technik, häufig 12-Volt-Pumpen. Alternativ gibt es Modelle mit Akku oder mit integriertem Bewegungsmelder, die nur bei Annäherung der Katze aktiv werden.

Ein Trinkbrunnen ist kein Muss. Wichtig ist, dass das Wasser sauber, gut erreichbar und für die Katze attraktiv ist.


Wasserqualität – was ist sinnvoll?
In der Regel ist frisches Leitungswasser völlig ausreichend, sofern es Trinkwasserqualität hat. In Deutschland ist Leitungswasser streng kontrolliert und für Katzen in den meisten Regionen problemlos geeignet.

Mineralwasser ohne Kohlensäure ist grundsätzlich möglich, jedoch nicht notwendig. Einige Mineralwässer enthalten einen höheren Mineralstoffgehalt. Auf Dauer ist das kein Vorteil.

Spezielles „Katzenwasser“ aus dem Handel ist in der Regel nicht erforderlich. Entscheidend sind Frische und Sauberkeit.

Regenwasser wird von manchen Katzen gerne angenommen. Es sollte jedoch nur verwendet werden, wenn es sauber aufgefangen und gefiltert wurde. Als zusätzliche Option kann es parallel angeboten werden, ersetzt jedoch kein hygienisch kontrolliertes Trinkwasser.


Trinkmenge – realistisch betrachtet
Die genaue Trinkmenge einer Katze lässt sich im normalen Haushalt kaum exakt kontrollieren. Besonders im Mehrkatzenhaushalt ist eine individuelle Messung praktisch nicht möglich.

Wichtiger als exakte Milliliter-Angaben ist das Gesamtbild: frisches Wasser, gute Erreichbarkeit, saubere Gefäße und gegebenenfalls Feuchtfutter als zusätzliche Flüssigkeitsquelle.

Katzen, die überwiegend Nassfutter erhalten, nehmen bereits einen Teil ihres Flüssigkeitsbedarfs über das Futter auf. Bei reiner Trockenfutterfütterung ist eine ausreichende Wasseraufnahme besonders wichtig.

Wirkt eine Katze trinkfaul, kann es helfen, mehrere Wasserstellen anzubieten, unterschiedliche Gefäßarten auszuprobieren oder Wasser häufiger frisch einzufüllen.

Wenn eine Katze wenig trinkt, kann ein kleiner Zusatz im Trinkwasser das Interesse erhöhen. Geeignet ist selbst gekochte, ungewürzte Hühnerbrühe ohne Salz, Zwiebeln oder Gewürze. Sie kann portionsweise eingefroren und bei Bedarf in sehr kleiner Menge unter das Trinkwasser gemischt werden. Auch ein Schuss ungesalzenes Thunfischwasser im eigenen Saft kann gelegentlich verwendet werden. Diese Zusätze sollten sparsam eingesetzt werden und kein dauerhaft aromatisiertes Trinkwasser ersetzen.


Warnsignale – wenn Trinken krankheitsbedingt zunimmt
Veränderungen im Trinkverhalten sollten aufmerksam beobachtet werden. Eine deutlich gesteigerte Wasseraufnahme ist kein Erfolg der Platzierung, sondern kann ein Hinweis auf Erkrankungen sein.

Dazu zählen unter anderem:

  • Chronische Niereninsuffizienz

  • Diabetes mellitus

  • Schilddrüsenüberfunktion

Wenn eine Katze plötzlich ungewöhnlich viel trinkt oder vermehrt Urin absetzt, sollte dies zeitnah tierärztlich abgeklärt werden.


Standort – getrennt vom Futter und ruhig platziert
Trinkgefäße sollten nicht direkt neben dem Futter stehen. Viele Katzen trinken besser, wenn Wasser räumlich getrennt angeboten wird.

Der Standort sollte ruhig sein, nicht im Durchgang und nicht neben der Katzentoilette oder lauten Haushaltsgeräten.

In größeren Wohnungen oder bei mehreren Katzen sind mehrere Wasserstellen sinnvoll. Je leichter zugänglich das Wasser ist, desto wahrscheinlicher wird es genutzt.

Sauberes, gut erreichbares Wasser ist eine Selbstverständlichkeit im Katzenalltag – und eine der wichtigsten Grundlagen für Gesundheit und Wohlbefinden.