Arthrose bei Katzen
Arthrose bei Katzen – ein Überblick
Arthrose ist eine der häufigsten, aber am längsten unterschätzten Erkrankungen bei Katzen. Über viele Jahre galt sie als normale Alterserscheinung, die man kaum beeinflussen könne. Heute weiß man: Arthrose verursacht chronische Schmerzen und schränkt die Lebensqualität deutlich ein – wird aber bei Katzen oft spät erkannt, weil sie Beschwerden gut verbergen.
Was ist Arthrose?
Arthrose ist eine chronische Erkrankung der Gelenke. Der schützende Gelenkknorpel baut sich nach und nach ab, sodass Knochen stärker aufeinander reiben. Dadurch entstehen Entzündungen im Gelenk, die Schmerzen, Steifheit und Bewegungseinschränkungen verursachen. Die Erkrankung entwickelt sich langsam über Monate oder Jahre und ist nicht heilbar, lässt sich aber gut behandeln.
Warum Arthrose bei Katzen oft unentdeckt bleibt
Katzen zeigen Schmerzen selten deutlich. Sie lahmen meist nicht offensichtlich und ziehen sich stattdessen still zurück. Viele Veränderungen wirken auf den ersten Blick harmlos oder werden als „altersbedingt“ abgetan. Genau deshalb bleibt Arthrose häufig lange unerkannt.
Typische Anzeichen im Alltag
Die Symptome sind oft subtil und entwickeln sich schleichend. Häufige Hinweise können sein:
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geringere Sprungkraft oder Vermeidung höherer Plätze
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weniger Aktivität oder Spielverhalten
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veränderte Schlafplätze, die leichter erreichbar sind
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Schwierigkeiten bei der Fellpflege, struppiges oder ungepflegtes Fell
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Reizbarkeit oder Rückzug
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Probleme beim Ein- oder Aussteigen aus der Katzentoilette
Nicht jede Katze zeigt alle Anzeichen, und die Ausprägung kann stark variieren.
Wie wird Arthrose festgestellt?
Die Diagnose stützt sich nicht nur auf Röntgenbilder. Diese zeigen zwar Gelenkveränderungen, sagen aber nicht immer etwas über den tatsächlichen Schmerz aus. Entscheidend sind daher die Beobachtungen im Alltag. Tierärzte berücksichtigen heute verstärkt das Verhalten der Katze zu Hause und nutzen strukturierte Einschätzungen, um chronische Schmerzen besser zu erkennen. Eine tierärztliche Untersuchung ist in jedem Fall notwendig.
Behandlungsmöglichkeiten
Arthrose ist nicht heilbar, aber gut behandelbar. Ziel der Therapie ist es, Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu erhalten und die Lebensqualität zu verbessern. Die Behandlung erfolgt individuell und kann mehrere Bausteine kombinieren:
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gezielte Schmerztherapie mit für Katzen geeigneten Medikamenten
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moderne Wirkstoffe, die speziell chronische Gelenkschmerzen beeinflussen
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Anpassung von Gewicht und Ernährung
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gelenkschonende Gestaltung der Umgebung
Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt vom Alter, dem Allgemeinzustand und möglichen Begleiterkrankungen der Katze ab.
Was Halter selbst unterstützen können
Auch kleine Veränderungen im Alltag können viel bewirken. Leichter erreichbare Liegeplätze, flache Katzentoiletten, Rampen oder Stufen sowie weiche Schlafunterlagen entlasten die Gelenke. Übergewicht sollte vermieden oder reduziert werden, da es die Beschwerden deutlich verschlimmern kann.
Wichtiger Hinweis
Arthrose bei Katzen sollte immer tierärztlich abgeklärt und begleitet werden. Eine individuelle Behandlung ist entscheidend, da Schmerzempfinden und Krankheitsverlauf von Katze zu Katze sehr unterschiedlich sind.