Die Rex-Katzen


Die Rex-Katzen – Eine Familie voller Locken, Launen und Liebenswürdigkeiten

Wer glaubt, alle Katzen hätten glattes Fell, der hat noch nie eine Rex-Katze getroffen.
Hier wird nichts glattgebügelt – im Gegenteil: Diese Katzen tragen ihre Locken wie ein Markenzeichen. Ob eng gewellt, plüschig weich oder kaum vorhanden – Rexkatzen sehen nicht nur ungewöhnlich aus, sie sind auch echte Originale im Verhalten.

Und das Beste: Rex ist nicht gleich Rex. Es gibt verschiedene Linien, die sich nicht nur im Aussehen, sondern auch im Ursprung unterscheiden. Und trotzdem fühlen sie sich irgendwie verwandt an – wie Cousins aus verschiedenen Ländern, die sich sofort verstehen.

 

Alles begann mit einer Locke – die Cornish Rex

Die erste Rexkatze wurde 1950 in Cornwall, England geboren. Ein kleiner, weißer Kater mit eng anliegendem, gelocktem Fell – ein zufälliger Gendefekt, der sich als echter Glücksfall entpuppte.
Man nannte ihn „Kallibunker“ – und aus ihm entstand die Rasse, die heute als Cornish Rex bekannt ist.

Ihr Fell ist extrem kurz, samtig und ganz ohne Grannenhaare.
Sie wirkt fast außerirdisch: langer Körper, große Ohren, schmaler Kopf – und ein Wesen, das eher an ein quirliges Frettchen als an eine klassische Hauskatze erinnert. Immer in Bewegung, immer neugierig, immer dabei.

 

Die zweite Welle – die Devon Rex

Nur zehn Jahre später – aber ein Stück weiter westlich in Devon – wurde eine andere Lockenkatze geboren.
Auch sie hatte krauses Fell, aber der Genfehler war ein ganz anderer. Und so entstand die Devon Rex.

Sie ist kompakter als die Cornish, hat einen markanteren Kopf, breite Wangenknochen und Ohren wie ein Flughörnchen.
Ihr Charakter? Verspielt, sozial, anhänglich – eine Katze, die gern auf der Schulter sitzt und keine Gelegenheit auslässt, im Mittelpunkt zu stehen.

Während die Cornish wie eine Tänzerin wirkt, ist die Devon eher die freche kleine Schwester mit Schalk im Nacken.

 

Die Selkirk Rex – flauschiger Charme mit Lockenpower

Dann kam die Selkirk Rex – ein bisschen wie ein Teddybär mit Locken.
Diese Rasse entstand 1987 in Montana (USA), aus der Verpaarung einer Hauskatze mit gelocktem Fell und einer Perser.

Im Gegensatz zu ihren britischen und französischen Kollegen hat die Selkirk ein kräftiges, dichtes Fell mit weichen Locken, die sich durch das ganze Haarkleid ziehen – auch bei Langhaar-Varianten.
Der Körper ist rund, die Ausstrahlung sanft, und das Wesen? Unkompliziert, verschmust, ruhig – eine echte Kuschelkatze.

Man sagt gern: „Die Selkirk sieht aus wie frisch aus dem Trockner – aber liebt es, gestreichelt zu werden.“

 

Die LaPerm – ein Hauch von Hippie

Weniger bekannt, aber dafür umso eigenwilliger, ist die LaPerm.
Sie stammt aus Oregon (USA) und entstand in den 1980er Jahren. Wie so oft: eine spontane Mutation, die für Aufsehen sorgte.

Die LaPerm trägt ihren Namen zu Recht: Ihre Locken erinnern wirklich an eine Dauerwelle – mal eng, mal locker, manchmal nur als Ringel am Hals oder an den Flanken.
Ihr Wesen ist freundlich, aufgeschlossen und oft leise verspielt. Sie drängt sich nicht auf, ist aber gern in deiner Nähe – und schaut dich mit klarem Blick an, als hätte sie schon alles verstanden.

 

Die German Rex – Deutschlands stiller Beitrag

Nicht zu vergessen ist die German Rex, eine der ältesten Lockenkatzen überhaupt.
Sie wurde bereits in den 1930er Jahren in Berlin beobachtet, doch erst in den 1950ern gezielt gezüchtet.

Die German Rex hat ein samtiges, welliges Fell, einen soliden Körperbau und ein freundliches, eher ruhiges Wesen.
Sie wird oft übersehen, weil sie so unauffällig daherkommt – dabei ist sie der stille Ursprung vieler späterer Zuchtideen in Europa.

 

Und sonst? Seltene Exoten und experimentelle Linien

Neben den bekannten Rexrassen gibt es auch einige seltene oder experimentelle Linien:

– Die Ural Rex, vor allem in Russland gezüchtet, mit welligem Fell und kräftigem Körper
– Die Tennessee Rex, die nicht nur lockig ist, sondern auch einen metallischen Glanz zeigt
– Und vereinzelte Mischlinge oder Kreuzungen, die manchmal lockig zur Welt kommen, aber keine eigene Linie bilden

Manche dieser Varianten verschwinden wieder, andere werden von engagierten Züchtern erhalten. So bleibt die Rexwelt spannend – und immer ein bisschen unberechenbar.

 

Was macht Rexkatzen so besonders?

Nicht nur das Aussehen ist ungewöhnlich – auch das Wesen der meisten Rexkatzen ist etwas anders.
Sie gelten als besonders menschenbezogen, verspielt, intelligent und sozial. Manche verhalten sich fast wie Hunde, folgen ihrem Menschen durch die Wohnung, lernen Tricks oder „sprechen“ mit Blicken und Lauten.

Wer eine Rexkatze hat, merkt schnell: Das ist kein stiller Sofalieger, sondern ein echter Charakterkopf – egal ob mit Korkenzieherfell, Plüschwellen oder Schafslocken.

 

Und wenn man sie alle zusammenbringt?

Stell dir ein Familientreffen vor:
Da steht die Cornish, elegant wie eine Ballerina.
Daneben die Devon, quirlig wie ein Teenager auf Koffein.
Die Selkirk sitzt gemütlich mit Locken und Würde auf dem Sessel.
Die LaPerm schleicht neugierig durch die Zimmerpflanzen.
Und die German Rex? Beobachtet alles, still und zufrieden, mit einem leichten Lächeln auf den Lippen.

Das ist die Welt der Rexkatzen – vielfältig, herzlich, ungewöhnlich.
Und sie zeigt einmal mehr: Manchmal ist eine kleine genetische Überraschung der Anfang von etwas Großem.