Die Langhaarkatzen
Die Langhaarkatzen – Eleganz, Exzentrik und eine Menge Fell
Wenn Katzen eine Königsdisziplin hätten, dann wäre es vermutlich die der Langhaarkatzen.
Kaum eine andere Gruppe vereint so viel Eleganz, Extravaganz und Eigenwilligkeit wie diese flauschigen Schönheiten. Ihre Geschichte ist lang, ihre Erscheinung auffällig – und ihre Fangemeinde groß.
Was sie verbindet: ein langes, oft seidiges Fell, ein meist ruhigeres Wesen und ein gewisses Maß an Würde. Doch auch unter den Langhaarkatzen gibt es lebhafte, verspielte und sogar sportliche Typen – wer denkt, sie liegen nur auf dem Diwan, wird überrascht sein.
Die Perserkatze – die Diva unter den Langhaarkatzen
Kaum eine Katze ist so berühmt – und zugleich so umstritten – wie die Perserkatze.
Mit ihrem runden Kopf, dem langen, dichten Fell, den großen Augen und dem majestätischen Ausdruck wurde sie zum Inbegriff edler Katzenhaltung. Ursprünglich stammt sie vermutlich aus dem Raum Persien (heute Iran), kam aber schon im 17. Jahrhundert nach Europa und wurde dort über Generationen hinweg weitergezüchtet.
Heute gibt es zwei Hauptformen:
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die klassische Perser, mit etwas weniger flacher Nase und natürlicherem Aussehen
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die Extremtyp-Perser, mit stark verkürzter Nase, oft mit tränenden Augen und verkürztem Gesicht
Beide brauchen intensive Fellpflege und ein ruhiges Zuhause. Im Wesen ist die Perser meist sanft, gelassen und ausgesprochen häuslich – eine Katze, die ihre Menschen liebt, aber nicht viel Aufhebens darum macht.
Die Exotic Shorthair – die „Kurzhaar-Perser“
Wer die Optik der Perser liebt, aber das lange Fell scheut, findet in der Exotic Shorthair die perfekte Lösung.
Sie ist im Grunde eine Perser mit Plüschfell – entstand durch Kreuzung mit American Shorthair und wurde bald zur eigenen Rasse erklärt.
Das kurze, dichte Fell wirkt wie ein Plüschkissen, der Körper ist kräftig und kompakt, und das Wesen erinnert sehr an die Perser: ruhig, freundlich, anhänglich.
Ein bisschen wie ein Teddy auf Samtpfoten.
Die Türkisch Angora – zart, wachsam, edel
Viel älter als man denkt ist die Türkisch Angora – eine schlanke, halblanghaarige Katze mit seidig-feinem Fell, oft weiß, aber auch in vielen anderen Farben vorkommend.
Ursprünglich stammt sie aus dem Gebiet rund um Ankara (früher: Angora) und war schon im Osmanischen Reich eine geschätzte Schönheit.
Anders als die ruhige Perser ist die Angora aktiv, wach, neugierig – eine Katze, die gern redet, sich bewegt und mitten im Geschehen ist.
Ihre Augen – oft blau, grün oder verschiedenfarbig – wirken fast durchdringend. Sie ist keine Diva, sondern eine Königin mit Charakter.
Die Türkisch Van – Katze mit Wasserliebe
Ebenfalls aus der Türkei, aber mit ganz anderem Auftreten, kommt die Türkisch Van.
Sie stammt aus der Region rund um den Van-See und ist berühmt für ihre Fellzeichnung: fast ganz weiß, aber mit farbigen Abzeichen am Kopf und Schwanz – die sogenannte „Van-Zeichnung“.
Doch das wirklich Außergewöhnliche?
Die Türkisch Van liebt Wasser. Viele Vertreter dieser Rasse spielen mit Tropfen, springen in Waschbecken oder baden freiwillig – ein seltenes Verhalten bei Katzen.
Im Wesen ist sie temperamentvoll, verspielt, selbstbewusst – eine echte Entdeckerin mit eigenen Ideen.
Die Ragdoll – sanfte Riesen zum Verlieben
Wenn es eine Katze gibt, die den Begriff „Schmusekatze“ verdient, dann ist es die Ragdoll.
Sie wurde in den 1960er Jahren in Kalifornien gezüchtet – aus einer weißen Langhaarkatze und anderen Rassen, darunter vermutlich Perser, Burma und Birma.
Der Name „Ragdoll“ (Stoffpuppe) kommt nicht von ungefähr: Viele Vertreter dieser Rasse lassen sich beim Hochheben völlig locker hängen, als wären sie aus Watte.
Sie sind groß, kräftig, haben halblanges, pflegeleichtes Fell und ein ausgeglichenes Wesen.
Ragdolls sind freundlich, sanft, verschmust – oft einfühlsam und anhänglich. Sie kommen gut mit Kindern, Hunden und anderen Katzen klar. Man könnte fast sagen: eine Katze für Menschen mit Herz.
Die Heilige Birma – eine Legende auf vier Pfoten
Um kaum eine Rasse ranken sich so viele Geschichten wie um die Heilige Birma.
Laut Legende soll sie in einem Tempel in Burma verehrt worden sein – als Katze der Priester, gesegnet mit goldenen Augen und weißen „Handschuhen“ an den Pfoten.
Tatsächlich stammt die Rasse aus einer gezielten Zucht in Frankreich, wahrscheinlich mit Einschlag von Siam, Perser und anderen Linien.
Die Heilige Birma ist mittelgroß, halblanghaarig, mit Point-Zeichnung, blauen Augen und weißen Pfötchen.
Ihr Wesen ist freundlich, sozial, ruhig – sie liebt die Nähe ihrer Menschen, ohne aufdringlich zu sein.
Und was macht Langhaarkatzen so besonders?
Ob Perser oder Ragdoll, Angora oder Van – Langhaarkatzen wirken oft wie aus einem Märchenbuch.
Ihr Fell verleiht ihnen Würde, aber auch eine gewisse Verletzlichkeit. Sie brauchen Pflege, Aufmerksamkeit und ein Zuhause, das sie wertschätzt.
Wer sich auf sie einlässt, bekommt dafür Katzen mit Seele: sensibel, stolz, treu – und immer ein wenig magisch.