Hauskatzen in der Geschichte


Trauerfeier für eine ägyptische Katze

"Eine Priesterin bietet dem Geist einer Katze Geschenke von Futter und Milch an. Auf einem Altar steht die Mumie des Verstorbenen und das Grab ist mit Fresken, Urnen mit frischen Blumen, Lotusblüten und Statuetten verziert. Die Priesterin kniet nieder, als sie Weihrauchrauch zum Altar schwenkt. Im Hintergrund eine Statue von Sekhmet oder Bastet, und bewacht den Eingang zum Grab."

John Reinhard Weguelin, 1886. Öl auf Leinwand. Ausgestellt in der Auckland Art Gallery.

Hauskatzen haben eine lange und faszinierende Geschichte, die bis zu den Anfängen der menschlichen Zivilisation zurückreicht. Die domestizierte Hauskatze (Felis catus) stammt von der afrikanischen Wildkatze (Felis lybica) ab, die vor etwa 9.000 Jahren in der Region des Nahen Ostens lebte. Seitdem haben sich Hauskatzen über die ganze Welt verbreitet und sind zu beliebten Begleitern von Menschen geworden.

 

Die frühesten Anzeichen von Katzen und Menschen, die zusammenleben, stammen aus dem alten Ägypten, wo Katzen als Haustiere gehalten und verehrt wurden. Die Ägypter schätzten die Katzen nicht nur wegen ihrer Fähigkeit, Nagetiere zu jagen und ihre Häuser vor Schädlingen zu schützen, sondern auch wegen ihrer anmutigen Erscheinung und ihres mysteriösen Charakters. Katzen wurden sogar als göttliche Wesen verehrt, und der ägyptische Gott Bastet wurde oft als Katzenkopf dargestellt.

 

Im antiken Rom wurden Katzen als nützliche Tiere angesehen und von den Römern für ihre Fähigkeit geschätzt, Ratten und Mäuse zu bekämpfen. Während des Mittelalters begann sich die Haltung von Katzen in Europa zu ändern, als sie fälschlicherweise mit Hexerei und Teufelsanbetung in Verbindung gebracht wurden. Katzen wurden verfolgt und getötet, was zu einem Anstieg der Nagetierpopulation führte und dazu beitrug, die Ausbreitung von Krankheiten wie der Pest zu fördern.

 

Erst im 19. Jahrhundert begann sich das Verhältnis zwischen Menschen und Hauskatzen zu erholen. Die Menschen erkannten erneut den Nutzen von Katzen bei der Schädlingsbekämpfung und begannen, sie als Haustiere zu schätzen. Während der viktorianischen Ära wurden Katzen zunehmend in Haushalten gehalten und als Ausstellungstiere auf Katzenausstellungen präsentiert.

 

Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurden Hauskatzen immer populärer und es entstanden zahlreiche Katzenrassen. Züchter begannen mit gezielten Kreuzungen, um bestimmte Eigenschaften wie bestimmte Fellmuster, Farben und Körperbau zu entwickeln. Heute gibt es eine Vielzahl von Katzenrassen, darunter Perser, Maine Coon, Siamesen, Britisch Kurzhaar und viele andere.

 

Hauskatzen haben sich auch zu beliebten Tieren in Filmen, Büchern und Internet-Memes entwickelt. Ihre neugierige Natur, ihre unabhängige Persönlichkeit und ihr charmantes Aussehen haben die Menschen fasziniert und dazu beigetragen, dass Katzen zu einem festen Bestandteil vieler Familien geworden sind.

 

Insgesamt hat die Geschichte der Hauskatzen gezeigt, dass sie sowohl nützliche als auch liebenswerte Begleiter sind. Ihre Beziehung zu den Menschen hat sich im Laufe der Jahrhunderte verändert, von der Verehrung im alten Ägypten über die Verfolgung im Mittelalter bis hin zur heutigen Beliebtheit als Haustiere. Hauskatzen haben einen besonderen Platz in unserer Kultur und werden voraussichtlich noch sehr sehr lange Zeit unsere Gefährten sein.