Die analytischen Bestandteile
Die analytischen Bestandteile – was Rohprotein, Rohfett, Rohfaser, Rohasche und Feuchtigkeit bedeuten
Neben der Zutatenliste findet sich auf jeder Katzenfutter-Verpackung eine weitere wichtige Angabe: die analytischen Bestandteile. Dabei handelt es sich um Laborwerte, die Auskunft über die grundlegende Zusammensetzung des Futters geben. Diese Werte werden mit standardisierten Analyseverfahren ermittelt und zeigen, wie viel Protein, Fett, Ballaststoffe, Mineralstoffe und Wasser im Futter enthalten sind.
Für Katzenhalter sind diese Angaben hilfreich, um verschiedene Futtersorten besser vergleichen zu können. Gleichzeitig sollte man wissen, dass diese Werte immer im Zusammenhang mit der Zutatenliste betrachtet werden sollten. Ein einzelner Wert sagt noch nichts über die Qualität eines Futters aus.
Rohprotein
Rohprotein gibt an, wie viel Gesamtprotein im Futter enthalten ist. Eiweiß ist für Katzen ein besonders wichtiger Nährstoff, weil ihr Stoffwechsel stark auf eine proteinreiche Ernährung ausgerichtet ist. Katzen beziehen einen großen Teil ihrer Energie aus Proteinen und benötigen bestimmte Aminosäuren, die vor allem in tierischen Bestandteilen vorkommen.
Typische Rohproteinwerte liegen ungefähr bei etwa 8 bis 12 Prozent bei Nassfutter und etwa 25 bis 40 Prozent bei Trockenfutter. Diese Zahlen wirken zunächst sehr unterschiedlich, was vor allem am Wassergehalt liegt. Nassfutter enthält sehr viel Feuchtigkeit, während Trockenfutter deutlich konzentrierter ist.
Wichtig ist außerdem: Der Rohproteinwert allein sagt nichts über die Qualität der Proteinquelle aus. Ein hoher Wert kann sowohl aus hochwertigen tierischen Proteinen stammen als auch aus pflanzlichen Eiweißquellen. Deshalb lohnt sich immer auch ein Blick auf die Zutatenliste.
Rohfett
Rohfett umfasst alle im Futter enthaltenen Fette und Öle. Fett ist für Katzen ein wichtiger Energielieferant und enthält außerdem essentielle Fettsäuren, die unter anderem für Haut, Fell und viele Stoffwechselprozesse benötigt werden.
Typische Rohfettwerte liegen ungefähr bei etwa 4 bis 8 Prozent bei Nassfutter und etwa 10 bis 20 Prozent bei Trockenfutter. Sehr energiereiche Futtersorten können auch darüber liegen.
Fett beeinflusst außerdem stark den Energiegehalt eines Futters. Ein höherer Fettanteil bedeutet in der Regel auch eine höhere Energiedichte.
Rohfaser
Rohfaser bezeichnet unverdauliche pflanzliche Bestandteile, also Ballaststoffe. Diese können die Verdauung unterstützen und die Darmtätigkeit regulieren.
Typische Rohfaserwerte liegen ungefähr bei etwa 0,3 bis 1 Prozent bei Nassfutter und etwa 1 bis 4 Prozent bei Trockenfutter. Ein deutlich höherer Rohfaseranteil kann darauf hinweisen, dass ein größerer Anteil pflanzlicher Bestandteile im Futter enthalten ist.
In moderaten Mengen können Ballaststoffe durchaus sinnvoll sein, zum Beispiel zur Unterstützung der Verdauung oder beim Gewichtsmanagement.
Rohasche
Der Begriff Rohasche sorgt häufig für Verwirrung. Manche Halter vermuten dahinter verbrannte oder minderwertige Bestandteile. Tatsächlich beschreibt Rohasche jedoch den Mineralstoffgehalt eines Futters.
Bei der Laboranalyse wird eine Futterprobe stark erhitzt, bis alle organischen Bestandteile verbrannt sind. Übrig bleibt der mineralische Rest. Dieser Rückstand wird als Rohasche bezeichnet.
Rohasche steht also für den Gesamtgehalt an Mineralstoffen im Futter, zum Beispiel Kalzium, Phosphor, Magnesium oder Kalium.
Typische Rohaschewerte liegen ungefähr bei etwa 1,5 bis 3 Prozent bei Nassfutter und etwa 5 bis 8 Prozent bei Trockenfutter.
Ein wichtiger Punkt bei Mineralstoffen ist das Verhältnis zwischen Kalzium und Phosphor. Für Katzen liegt ein sinnvolles Verhältnis meist ungefähr zwischen 1,1 zu 1 und 1,3 zu 1. Dieses Verhältnis sorgt dafür, dass beide Mineralstoffe vom Körper optimal genutzt werden können.
Feuchtigkeit
Die Feuchtigkeit gibt an, wie viel Wasser im Futter enthalten ist. Dieser Wert unterscheidet sich stark zwischen Nassfutter und Trockenfutter.
Nassfutter enthält meist etwa 70 bis 80 Prozent Wasser. Trockenfutter enthält dagegen häufig nur etwa 6 bis 10 Prozent Feuchtigkeit.
Dieser große Unterschied erklärt auch, warum die Prozentwerte bei Protein oder Fett zwischen Nass- und Trockenfutter so unterschiedlich aussehen können. Durch den hohen Wasseranteil sind die Werte bei Nassfutter stärker verdünnt.
Die Feuchtigkeit spielt außerdem eine wichtige Rolle für die Energiedichte des Futters und für die gesamte Flüssigkeitsaufnahme der Katze.