Was Katzen nicht brauchen
Was Katzen nicht brauchen
Im Alltag mit Katzen wird vieles empfohlen, angeschafft oder beworben, was auf den ersten Blick sinnvoll wirkt. Bei näherem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass viele dieser Dinge eher menschlichen Vorstellungen entsprechen als tatsächlichen Bedürfnissen von Katzen. Oft entsteht dadurch unnötiger Aufwand, manchmal sogar Stress – für Katze und Halter gleichermaßen.
Katzen benötigen kein überladenes Umfeld. Zu viel Spielzeug, ständig neue Anschaffungen oder häufige Umstellungen führen selten zu mehr Beschäftigung.
Viele Katzen bevorzugen wenige, vertraute Dinge an festen Plätzen. Ruhe, Übersicht und Rückzugsmöglichkeiten sind dabei meist wichtiger als Abwechslung.
Auch spezielles Zubehör ist nicht automatisch hilfreich. Tiefe Futternäpfe können für manche Katzen unangenehm sein, da empfindliche Schnurrhaare ständig den Rand berühren. Stark parfümiertes Katzenstreu oder Duftprodukte wirken für die menschliche Nase vielleicht angenehm, werden von Katzen jedoch oft als störend oder sogar abstoßend empfunden. Katzen orientieren sich stark über Gerüche und reagieren empfindlich auf künstliche Duftstoffe.
Geschlossene Katzentoiletten mit Klappe gelten als „hygienisch“, sind für viele Katzen jedoch unattraktiv. Gerüche stauen sich, die Enge kann Stress verursachen, und die Klappe wirkt für manche Tiere wie eine Barriere. Offene, gut platzierte Toiletten werden häufig besser akzeptiert.
Auch im Bereich Pflege und „Wellness“ brauchen Katzen vieles nicht. Regelmäßiges Baden ist in der Regel unnötig und kann den natürlichen Schutzfilm der Haut beeinträchtigen. Katzen sind sehr effektive Selbstpfleger. Eingreifen ist nur dann sinnvoll, wenn das Fell stark verschmutzt oder mit problematischen Substanzen belastet ist.
Ähnlich kritisch sind Produkte wie Krallenkappen oder Tierparfüm zu sehen. Sie greifen in natürliche Verhaltensweisen ein und bieten der Katze keinen Nutzen. Kratzen, Klettern und Geruchskommunikation gehören zum normalen Katzenverhalten und sollten nicht unterdrückt werden.
Auch bei Futter und Leckerlis gilt: mehr ist nicht besser. Katzen brauchen keine getreide- oder zuckerreichen Produkte und keine speziellen Milchgetränke als festen Bestandteil der Ernährung. Hochwertiges, artgerechtes Futter deckt den Bedarf im Alltag vollständig ab. Extreme Ernährungskonzepte oder modische Trends sind für Katzen nicht geeignet.
Beim Spielen benötigen Katzen ebenfalls keine lauten oder komplizierten Geräte. Mechanisches, geräuschintensives Spielzeug wird oft gemieden. Auch Spielmethoden ohne „Erfolgserlebnis“, etwa reines Laserpointer-Spiel ohne Abschluss, können Frust erzeugen. Katzen profitieren vor allem von überschaubarem, interaktivem Spiel und klaren Ruhephasen.
Viele gut gemeinte Anschaffungen entstehen aus dem Wunsch, alles „richtig“ zu machen. In der Praxis zeigt sich jedoch häufig: Eine ruhige Umgebung, feste Routinen, passende Rückzugsorte und Verständnis für normales Katzenverhalten sind wertvoller als zusätzliche Produkte oder Maßnahmen. Weniger Eingriffe bedeuten für Katzen oft mehr Sicherheit – und für Halter einen entspannteren Alltag.