Die Zutatenliste
Die Zutatenliste – was die Zusammensetzung wirklich bedeutet
Unter der Überschrift „Zusammensetzung“ steht auf Katzenfutter-Verpackungen die Liste der verwendeten Zutaten. Diese Liste ist für viele Halter einer der wichtigsten Hinweise darauf, wie ein Futter aufgebaut ist.
Die Zutaten müssen grundsätzlich in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils aufgeführt werden. Das bedeutet: Die Zutat mit dem größten Anteil steht an erster Stelle, danach folgen die weiteren Bestandteile.
Steht also zum Beispiel „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ an erster Stelle, ist das der Hauptbestandteil des Futters. Steht dagegen „Getreide“ oder eine andere pflanzliche Zutat ganz vorne, deutet das darauf hin, dass ein großer Teil der Rezeptur aus diesen Bestandteilen besteht.
Allerdings ist die Zutatenliste nicht immer gleich transparent. Hersteller können ihre Zutaten auf unterschiedliche Weise deklarieren. Man unterscheidet dabei meist drei Formen der Deklaration.
Geschlossene Deklaration
Bei der geschlossenen Deklaration werden Zutaten in Gruppen zusammengefasst. Typische Beispiele sind:
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Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse
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Getreide
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pflanzliche Nebenerzeugnisse
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Öle und Fette
Diese Form der Deklaration gibt dem Hersteller eine gewisse Flexibilität. Die genaue Zusammensetzung innerhalb dieser Gruppen kann sich ändern, ohne dass das Etikett jedes Mal angepasst werden muss.
Für Katzenhalter ist diese Form allerdings wenig transparent. Hinter „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ kann sich beispielsweise Geflügel, Rind, Schwein oder eine Mischung aus verschiedenen Tierarten verbergen.
Halboffene Deklaration
Bei der halboffenen Deklaration werden die Gruppen weiterhin genannt, aber einzelne wichtige Bestandteile werden genauer angegeben.
Ein Beispiel wäre:
Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (davon 15 % Huhn)
Hier weiß der Halter zumindest, dass ein bestimmter Anteil der Rezeptur aus Huhn besteht, während die restlichen Bestandteile innerhalb der Gruppe nicht näher aufgeschlüsselt werden.
Offene Deklaration
Die offenste und transparenteste Form ist die offene Deklaration. Dabei werden die Zutaten einzeln genannt, oft auch mit ihrem prozentualen Anteil.
Ein Beispiel könnte so aussehen:
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30 % Hühnermuskelfleisch
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20 % Hühnerherzen
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10 % Hühnerleber
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5 % Karotten
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3 % Lachsöl
Diese Form der Deklaration ermöglicht es Katzenhaltern, sehr genau zu sehen, welche Bestandteile im Futter enthalten sind.
Ein weiterer Punkt, der häufig für Verwirrung sorgt, ist der Begriff „tierische Nebenerzeugnisse“. Viele Halter verbinden damit automatisch minderwertige Zutaten. Tatsächlich gehören dazu jedoch auch viele Bestandteile, die für Katzen sehr wertvoll sind.
Innereien wie Herz, Leber, Lunge oder Nieren liefern wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren. In der Natur würde eine Katze ihre Beute ebenfalls vollständig fressen und nicht nur das Muskelfleisch.
Problematisch wird der Begriff vor allem dann, wenn eine geschlossene Deklaration verwendet wird und nicht klar ist, aus welchen Bestandteilen diese Gruppe genau besteht. Je genauer ein Hersteller seine Zutaten aufschlüsselt, desto leichter lässt sich das Futter beurteilen.
Warum vorne groß „Huhn“ steht – obwohl nur 4 % enthalten sind
Viele Katzenhalter wundern sich über eine typische Situation im Supermarkt: Auf der Vorderseite der Verpackung steht groß „mit Huhn“ oder es ist sogar ein großes Hühnerbild zu sehen. Dreht man die Dose oder den Beutel um, findet man in der Zusammensetzung plötzlich die Angabe „4 % Huhn“.
Das wirkt zunächst widersprüchlich, ist aber durch die Futtermittelkennzeichnung geregelt. In der EU gilt die sogenannte 4-Prozent-Regel. Wenn auf der Verpackung steht „mit Huhn“, müssen mindestens 4 Prozent dieses Bestandteils im Futter enthalten sein.
Das bedeutet nicht, dass der gesamte Fleischanteil nur aus diesen 4 Prozent besteht. Häufig enthält das Futter zusätzlich andere tierische Bestandteile, die unter der Sammelbezeichnung „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ aufgeführt sind.
Die Angabe „mit Huhn“ beschreibt also nur den Anteil dieses einen Bestandteils. Andere Fleischarten können ebenfalls enthalten sein, ohne dass sie auf der Vorderseite besonders hervorgehoben werden.
Für Katzenhalter ist deshalb wichtig: Die Vorderseite der Verpackung dient in erster Linie der Werbung. Wer wissen möchte, was wirklich im Futter steckt, sollte immer die Zusammensetzung auf der Rückseite lesen.